Vorüber ist die Zeit, da man nach dem Erwachen die Fenstervorhänge auf-, oder die Jalousien und Rollläden hochzog, um mit dem neuen Tag auch meist die ersten Sonnenstrahlen einzulassen. Jetzt ist es noch ziemlich dunkel draußen, wenn man aufsteht, und meistens schimmern die Straßenlaternen als milchige Kreise durch Dunst und Nebel. Weil dieser Anblick nicht gerade ermutigend ist, keinesfalls beschwichtigend wirkt, sondern eher zu depressiven Gedanken führt, lassen wir die Vorhänge am Morgen lieber zu. Unser Aufstehen, das Waschen, Zähneputzen und Frühstücken vollzieht sich beim Lampenlicht und unterscheidet sich äußerlich kaum von der Stimmung des Vorabends, an dem wir müde den Tag beschlossen. Nun, putzmunter ist keiner, der hinter verschlossenen Vorhängen oder Rollläden den Tag begrüßt und wie mit verbundenen Augen dem Wetterschicksal entgegenfrühstückt. Einen neugierigen Blick durch eine Vorhangspalte sollte man schon mal wagen. Es könnte nämlich durchaus sein, dass der alte Petrus guter Laune ist und die Herbstsonne noch einmal wie einen altgoldenen Taler über den blauen Himmel rollen lässt... Bleiben wir darum Optimisten! Das kann man im Übrigen auch sein, wenn man die langjährige Wetterstatistik für den Oktober betrachtet. Um die Monatsmitte herum zeichnen sich nämlich deutliche Hochdruckabschnitte in den Tabellen ab, nach denen die Meteorologen für diese Zeit den Namen „Mittherbst“ fanden. Man soll sich also von einem trüben Morgen nicht irremachen lassen. Natürlich sind Frühnebel im Wetterprogramm dieses Monats, aber oft genug lösen sie sich auf und bringen besonders zur Mittagszeit noch schöne Stunden.