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Talpost Lambrecht
Ausgabe 5/2026
Stadt Lambrecht (Pfalz)
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"Unzumutbare Zustände in der Kita Rappelkiste"

Erzieherinnen schlagen Alarm

Lambrecht. (WD) Zu den Themen Kita Rappelkiste und Neubau Provisorium Kita auf dem Tuchmacherplatz traf sich der Ausschuss für Generationen und Familie am 20.01.2026. In der Kita Rappelkiste gibt es seit November 2025 eine personelle Knappheit und folglich nur noch eine begrenzte Betreuung, in der Mullewapp Gruppe im Gemeinschaftshaus ist nur eine Notgruppe ebenfalls mit begrenzter Betreuung. In der Sitzung, an der etwa 35 Besucherinnen und Besucher teilnahmen, gaben Erzieherinnen diese Aussage ab, was auf die Brisanz und Bedeutung dieses Themas schließen lassen kann. Da der ehemalige Bürgermeister Müller (FWG) in der Vergangenheit mehrfach mit der Situation in der Kita Rappelkiste konfrontiert wurde und um Abhilfe gebeten wurde, machten die Erzieherinnen deutlich, dass der amtierende Bürgermeister Ohler (CDU) für die Situation in der Kita nicht verantwortlich zu machen ist. Leider ist in dieser Hinsicht nichts geschehen. Die Erzieherinnen führten einige Beispiele an, darunter fehlender Schallschutz und Jalousien im Gebäude sowie zu wenig Toiletten, die dann noch alt und schlecht seien. Die Mullewapp-Notgruppe verfüge über keinen Personalraum und es gäbe zu wenig Platz. Es wurde auch berichtet, dass lediglich die Hälfte der Stellen besetzt ist - nur 3,8 der vorhandenen 7,6 Stellen. Die unbefriedigende Situation habe dazu geführt, dass mehrere Erzieherinnen gekündigt haben oder langfristig krank sind. Es sei zu befürchten, dass weitere Erzieherinnen kündigen könnten.

Tanja Bundenthal-Beck (FWG) wies die Vorwürfe der Erzieherinnen zurück, verteidigte sich und Müller und führte aus, dass sie gerne etwas machen würde, aber die Stadt kein Geld habe. Schuld daran sei nicht die Stadt, sondern die Situation, dass das Land zu wenig Geld an die Kommunen weitergebe und dort müssen wir es ausbaden.

Keisha Hartmann (FWG) und Ursula Bertgen (Grüne) kritisierten die Ausführungen von Bundenthal-Beck, denn fehlendes Geld könne keine Entschuldigung sein, über einen so langen Zeitraum nichts gegen die Missstände zu tun. Bürgermeister Ohler äußerte sich dahingehend, dass die Arbeitsbedingungen unbedingt verbessert werden müssen, „denn wenn wir nichts tun, werden noch weitere Erzieherinnen kündigen.“

Er verwies aber auf das mangelnde Angebot an Erzieherinnen bei gleichzeitig hoher Nachfrage durch Kommunen und kirchliche Träger. Ohler sagte aber zu, dass ein Spielgerät gekauft werde. Das notwendige Geld sei durch ein Sonderprogramm des Landes vorhanden.

Der Stadtrat müsse sich mit der Situation der Rappelkiste beschäftigen und dringend nach Lösungen suchen. Weiter stand auf der Tagesordnung der provisorische dreigruppige Bau der Kita auf dem Tuchmacherplatz. Ohler teilte mit, dass dieses Provisorium wahrscheinlich erst nach den Sommerferien zur Verfügung stehen wird, da die vom Architekten eingereichten Unterlagen nicht vollständig waren und fehlende Unterlagen nachgereicht werden mussten.