Titel Logo
Talpost
Ausgabe 50/2020
Titelseite
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe
-

Kommunalpolitischer Abschied in Raten

Mit „Daumen hoch“ startete Dr. Werner Dietrich 2018 seine kommunalpolitische Arbeit in Lambrecht. Dieses Engagement endete jetzt mit der Niederlegung seiner sämtlichen Mandate.

Dr. Werner Dietrich erklärt nach Niederlegung von Mandaten auch seinen Austritt aus der CDU

Dr. Werner Dietrich hat in Lambrecht seinen kommunalpolitischen Abschied erklärt. Er war 2019 als Spitzenkandidat der CDU bei den Bürgermeisterwahlen angetreten, bei der Amtsinhaber Karl-Günter Müller (FWG) jedoch die absolute Mehrheit errang. Die CDU-Fraktion und mit ihr Dr. Werner Dietrich mussten die Rolle der Opposition übernehmen. Eigentlich überraschend legte Dr. Dietrich dann im Herbst 2020 seinen Fraktionsvorsitz der CDU im Stadtrat Lambrecht nieder, in einem zeitlichen Abstand erfolgte dann die Niederlegung seines Stadtratsmandates. Gleichzeitig wollte er aber Aufsichtsratsmitglied der Stadtwerke bleiben. Seine CDU-Fraktion stellte jedoch den Antrag, der Stadtrat möge Dr. Dietrich als Aufsichtsratsmitglied der Stadtwerke abberufen mit der Begründung einer notwendigen Verzahnung zwischen Stadtrat und Aufsichtsrat, die durch den Verzicht auf das Stadtratsmandat nicht mehr gegeben sei. Zu diesem Zeitpunkt war Dr. Werner Dietrich noch CDU-Ortsvereins-Vorsitzender. Doch dieses parteiinterne Amt legte er nun mit Schreiben vom 6. Dezember 2020 nieder und gleichzeitig erklärte er seinen Austritt aus der CDU.

Zur Beendigung seiner kommunalpolitischen Arbeit schrieb Dr. Werner Dietrich einen offenen Brief an den Vorstand des CDU-Ortsverbandes Lambrecht, in dem er aus seiner Sicht die Ereignisse seit 2018 darlegte. So schreibt er auszugsweise: „Die Ereignisse in der CDU-Fraktion seit September 2020 haben mich veranlasst, diese Schritte zu unternehmen. Das Unverständnis mancher Fraktionsmitglieder über die Niederlegung meines Amtes als Fraktionsvorsitzender und die persönlichen Angriffe und Beleidigungen mir gegenüber durch ein Fraktionsmitglied, trugen dazu bei, dass ich dann auch mein Mandat als Stadtratsmitglied niederlegte. Natürlich waren auch politische Gründe mit ausschlaggebend. Hierzu habe ich ja einen offenen Brief an Stadtbürgermeister Müller verfasst, der auch in der Talpost veröffentlicht wurde. Dann kam kurze Zeit danach noch der Umstand hinzu, dass die Fraktion der CDU Lambrecht den Antrag stellte, der Stadtrat solle mir mein Mandat als gewähltes Aufsichtsratsmitglied der Stadtwerke Lambrecht entziehen. Dieser Akt zeigte mir, dass meine ehemaligen Fraktionskollegen auch nicht davor zurückschrecken, den amtierenden Vorsitzenden ihres Ortsvereins der CDU weiter aus allen Ämtern zu drängen. Mit mir wurde zu keiner Zeit über mein Aufsichtsratsmandat ein Gespräch geführt.

Die CDU und ihre Fraktion sollten sich einmal überlegen, welch eine Blamage ihr durch diesen Antrag entstanden ist. Erst auf Nachfrage eines Stadtratsmitglieds nach einer Begründung für die Abberufung, wurde von Peter Seelmann der Antrag mit einem fadenscheinigen Argument begründet, nämlich „der erforderlichen Verzahnung von Stadtrat und Aufsichtsrat“ bzw. dass die Vertreter der CDU „im Aufsichtsrat im Stadtrat und Hauptausschuss sein müssten“. Dass letztendlich nur die fünf Stadträte der CDU für ihren eigenen Antrag gestimmt haben, spricht Bände.

Ich möchte an dieser Stelle auch anmerken, dass mein Engagement seit Juni 2018 für die CDU Lambrecht in keinster Weise gewürdigt wurde, sonst hätte man einen solchen Schritt nicht gewagt. Schade ist nur, dass die CDU Lambrecht sich immer noch nicht gefragt hat, warum sie erneut in einer schweren Krise steckt. Sie sollte einmal darüber nachdenken, dass nach der verlorenen Stadtratswahl 2014, die CDU in Lambrecht nun schon den dritten Vorsitzenden verliert und alle drei Vorsitzende auch aus der CDU ausgetreten sind“.