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Talpost Lambrecht
Ausgabe 8/2026
Tal-Büttel schellt aus
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Der Talbüttel schellt aus

Mit dem Aschermittwoch ist die närrische Zeit vorbei, die Fastenzeit hat begonnen. In den Kirchen erinnern Aschenkreuze daran, dass Neues oft mit einem bewussten Schnitt beginnt. Viele Menschen nutzen die kommenden Wochen, um Gewohnheiten zu prüfen – sei es beim Essen, beim Konsum oder beim Umgang mit Zeit.

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Die Fastenzeit war früher stark mit dem Alltag in Haus und Hof verknüpft. Fleisch stand seltener auf dem Tisch, einfache Gerichte aus Kartoffeln, Linsen, Kraut und Brot bestimmten den Speiseplan. Heute fasten manche Alkohol, Süßigkeiten oder digitale Medien – gemeinsam ist allen Formen der Gedanke, Ballast abzulegen, um den Blick zu klären.

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Im Pfälzerwald zeigt sich nun immer öfter ein erster Hauch von Frühling. An geschützten Stellen lassen sich Schneeglöckchen, Winterlinge oder die ersten Knospen an Sträuchern erkennen. Die Luft ist noch kühl, doch das Licht wirkt bereits weicher, und die Wege werden mit jedem frostfreien Tag besser begehbar.

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In den Weinbergen schreitet die Arbeit voran. Die geschnittenen Reben liegen vielfach schon am Boden, Drähte und Pfähle werden ausgebessert. Zwischen den Zeilen herrscht noch Ruhe, aber man ahnt, wie die Stöcke in einigen Wochen neu austreiben. Vorbereitung und Geduld gehen Hand in Hand.

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Auch im Haus bietet die Fastenzeit einen Anlass, Schränke und Regale zu sichten. Was wird wirklich gebraucht, was steht nur herum? Ob Vorratskammer, Kleiderschrank oder Papierstapel – jedes aussortierte Stück schafft Platz und Entlastung.

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Spruch zum Schmunzeln: „Fasten ist Übung darin, das Genug zu finden.“