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Stadt- und Land-Kurier
Ausgabe 14/2020
Verbandsgemeinde Aktuell
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Nachrichten der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg KW 14+15 2020

Zwei Themen bestimmen unsere heutigen Nachrichten. Es ist der Großbrand der Firma Ideal Automotive in Otterberg und die Corona-Krise.

Großbrand in Otterberg

Zwei große Gebäudeteile der Firma Ideal Automotive sind am Sonntag, den 22.März 2020 in Flammen aufgegangen.
Um 11.18 Uhr wurde die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg von der Leitstelle über einen Brand in der Firma Ideal Automotive in Otterberg informiert. Sie mussten feststellen, dass in einem Lager im Bereich des Parkplatzes zum Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde ein größeres Feuer ausgebrochen war. In diesem Lager werden Ballen aus Vliesstoffen aufbewahrt.
Schnell wurden weitere Kräfte aus dem gesamten Gebiet der Verbandsgemeinde und des Kreis Kaiserslautern mit Kräften des Katastrophenschutzes zusammengezogen.
Aufgrund der extremen Hitze in dem Lager (800-1000 Grad) war es nicht möglich in das Gebäude zu gelangen, so dass die Feuerwehr mit Unterstützung von mehreren Drehleitern aus dem Kreis Kaiserslautern das Feuer von außen bekämpfen musste. Aufgrund des hohen Wasserverbrauchs unterstützte die amerikanische Feuerwehr den Einsatz mit größeren Tankfahrzeugen. Um das Wassernetz in Otterberg entlasten zu können, wurde ein Pendelverkehr mit Tankfahrzeugen von Otterbach nach Otterberg eingerichtet. Auch aus dem Donnersbergkreis und dem Kreis Kusel kamen weitere Unterstützungskräfte, um erschöpfte Einsatzkräfte austauschen zu können.
Am Sonntagnachmittag stürzte die Hallendecke ein und die massiven Betonwände bogen sich nach außen, so dass akute Einsturzgefahr drohte. Über das Dach übersprang das Feuer in eine weitere Halle.
Am Sonntagnachmittag kämpften 150 Feuerkameradinnen und -kameraden darum eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Über andere Hallenteile näherten sich die Feuerwehrleute einer Brandwand hinter der das Feuer mit großer Hitze tobte. Ein Abschnittsleiter erklärte, dass er noch nie gesehen habe, dass ein massives Stahltor unter der Hitze so geglüht und sich verbogen habe. Um 20 Uhr gab es eine erste Erfolgsmeldung. Der Feuerwehr war es gelungen ein weiteres Überspringen des Feuers zu verhindern.
Ca. 30 Prozent der Firma waren niedergebrannt. Die Löscharbeiten gestalteten sich extrem schwierig, da die Vliesstoffe in Rundballen gewickelt und nur schwer zu löschen waren. Teilweise waren sie soweit im Gebäudeinnern, dass man sie nicht mit Strahlrohren der Feuerwehr erreichen konnte. Aus diesem Grund musste eine Baggerfirma beauftragt werden sich einen Weg durch die Halle zu bahnen, um an die einzelnen Brandherde heranzukommen. „Feuer aus“ konnte die Feuerwehr zwar am 24. März um 17.30 Uhr melden, aber es gab noch genügend Glutnester die weiter bekämpft werden mussten. Erst am Donnerstag den 26. März konnten die Arbeiten der Feuerwehr abgeschlossen werden.

Ein großer Dank gilt den Feuerwehrkameradinnen und –Kameraden nicht nur aus unserer Verbandsgemeinde, sondern aus allen Verbandsgemeinden unseres Kreises, der benachbarten Kreise und der Stadt Kaiserslautern sowie den Katastrophenschutzkräften des Landkreis Kaiserslautern. In stündlichen Lagebesprechungen wurde die Situation analysiert, weitere Maßnahmen abgesprochen und von den einzelnen Abschnittsleitern mit denen ihnen zugeteilten Kräften professionell umgesetzt. Ein Dank gilt auch unserer Wehrleitung, die Bürgermeister Harald Westrich hervorragend beraten hatte, um die richtigen Entscheidungen für unterstützende Maßnahmen treffen zu können. Ein wichtiger Punkt war hierbei der Gewässerschutz. Von Anfang an wurden keine Löschschäume eingesetzt, um größere Verunreinigungen zu vermeiden. So wurde der Grafenthaler Bach, der unter der Firma Ideal Automotive durchläuft, in Höhe der Stadthalle aufgestaut und das Wasser wieder zum Löschen benutzt. Das zulaufende Bachwasser wurde oberhalb der Firma mit Unterstützung der WVE, die den Kanal verschlossen hatte, aufgestaut, und mit Hilfe des THW um die Firma in Schläuchen umgeleitet und in Höhe der Stadthalle wieder dem Otterbach zugeführt. Mit dem noch in der Verrohrung befindlichen Wasser, konnte ein Wasserkreislauf geschaffen werden. Mit der Unteren Wasser- und Abfallbehörde und der SGD Süd wurde ein Konzept überlegt wie man das Löschwasser entsorgen könnte. Mit Abschalten der einzelnen Wasserstrahlrohre wurde nach und nach das Wasser aus dem Rohrsystem abgepumpt und in ehemalige Klärbecken gefahren, wo es zwischengelagert wird, bis Laboruntersuchungen über die Verunreinigung vorliegen. Dieses Thema wird uns noch ein paar Tage, wenn nicht Wochen begleiten. Gleichzeitig muss sich die Firma und die Versicherungen überlegen wie sie die Brandstelle sichern.

Noch einmal herzlichen Dank für die gute Teamleistung der Feuerwehr und aller beteiligten Organisationen und Behörden.

Nun zu dem Thema Coronakrise

Es wurde bereits in zwei Sondersendungen zu der Sachlage in den letzten beiden Wochen berichtet. Viele haben den Ernst der Lage am Anfang unterschätzt. Erst durch die Bilder aus Italien, wo das Militär eine Masse an Särgen mit verstorbenen Menschen in Krematorien transportiert, wurde klar, was auf dem Spiel steht.

So wurde durch unsere Regierung einschneidende Maßnahmen getroffen wie noch nie in unserer Geschichte.

Es gilt derzeit ein Veranstaltungsverbot und nur zwei Personen, außer der Familie, können sich zusammen im öffentlichen Raum bewegen.

Der Einzelhandel, verschiedene Dienstleistungsbetriebe und die gesamte Gastronomie sind geschlossen, so dass diese nur noch einen Lieferservice unterhalten dürfen.

Es wird ein Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 m zwischen Personen verlangt. Diese Maßnahmen werden mindestens zwei Wochen so andauern. Wie es weitergeht kann derzeit keiner verlässlich sagen.

Letztlich mussten auch Behörden ihre Pforten schließen, um die dauerhafte Funktionsfähigkeit der Verwaltungen sicherstellen zu können. Gleichzeitig können fast alle Verwaltungsgeschäfte auch per Mail oder telefonisch erledigt werden.

50 Prozent unserer Mitarbeiter haben wir ins Homeoffice geschickt, damit auch bei einer Erkrankung von Mitarbeitern in der Verwaltung die Funktionsfähigkeit erhalten bleibt. Sie werden den Unterschied nicht merken, denn die Mitarbeiter sind wie gewohnt unter ihrer bisherigen Rufnummer erreichbar.

Unsere beiden Bürgerbüros haben wir zusammengelegt und aus Sicherheitsgründen auf den Standort Otterberg verlagert. Dort haben wir die Mitarbeiter zunächst mit Scheiben gesichert, was aber von vielen nicht beachtet wurde, sodass wir derzeit nur noch Zugang nach telefonischer Absprache und Termin gewähren können. Ein Großteil können sie inzwischen aber auch online über die Homepage der Verbandsgemeinde erledigen. Bitte beachten sie dort unsere Hinweise.

Das Video zu den Nachrichten der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg finden Sie online unter Wochenblatt-Reporter, auf der Facebook und Youtube Seite der VG Otterbach-Otterberg sowie auf der Homepage.