Als Ehrenamtsbeauftragte der Verbandsgemeinde hatte ich am 12. März die Gelegenheit, den ehrenamtlichen Bürgerbus einen Tag lang zu begleiten und selbst an einer Tour teilzunehmen. Der Bürgerbus startete pünktlich um 8:00 Uhr in Otterberg. Die Bürgerinnen und Bürger, die sich am Vortag telefonisch angemeldet hatten, wurden an diesem Morgen direkt zu Hause abgeholt und zu ihren gewünschten Zielen innerhalb der Verbandsgemeinde gebracht.
Unser erster Halt ließ nicht lange auf sich warten - gleich in Otterberg wurde der erste Fahrgast abgeholt. Gefahren wurde der Bus an diesem Tag von zwei Brüdern, die beide bereits im Ruhestand sind und mit viel Erfahrung unterwegs waren. Der eine hatte den Fahrplan fest im Blick, der andere saß am Steuer. Immer wieder wurde kurz beraten, ob man nun besser links oder rechts weiterfährt - mit viel Routine, aber auch mit einer guten Portion Humor.
Besonders beeindruckend war der freundliche und hilfsbereite Umgang mit den Fahrgästen. Beim Einsteigen wird sich Zeit genommen, es wird darauf geachtet, dass alle sicher angeschnallt sind, und ein kleiner Scherz gehört fast immer dazu. Danach geht es auch schon weiter zur nächsten Station. Der Bürgerbus ist flott unterwegs, selbstverständlich immer unter Einhaltung aller Verkehrsregeln.
Ein häufiges Ziel ist der Wasgau-Markt in Otterberg. Roland, der ältere der beiden Brüder und schon viele Jahre im Bürgerbus-Team aktiv, berichtete, dass viele Fahrgäste diese Fahrt nutzen, um ihre Einkäufe zu erledigen und anschließend noch einen Kaffee zu trinken oder ein Brötchen zu essen. Für die Fahrer selbst bleibt dafür jedoch keine Zeit, denn während die Fahrgäste im Markt sind, fährt der Bürgerbus weiter, um andere Bürgerinnen und Bürger abzuholen oder nach Hause zu bringen. So bleibt der Ablauf gut organisiert und alle kommen zuverlässig an ihr Ziel.
An diesem Tag war ein Mann mit an Bord und mehrere Frauen. Als im Bus die Frage aufkam, wer wohl die älteste Mitfahrer/in sei, ging ein fröhliches Gelächter durch die Reihen. Eine über 90-jährige Stammfahrerin war ebenfalls dabei, doch an diesem Tag war sogar noch eine 92-jährige Dame aus Otterbach mit im Bus. Sie wurde zu einer Geburtstagsfeier nach Heiligenmoschel gebracht. Ohne den Bürgerbus, so sagte sie selbst, hätte sie den Besuch wahrscheinlich nicht antreten können. Man merkte schnell, dass sich viele der Mitfahrenden kennen. Es wird miteinander gescherzt, nachgefragt und erzählt, fast wie in einer kleinen fahrenden Gemeinschaft.
Lange verweilen konnte der Bus auch dort nicht, denn schon warteten die nächsten Fahrgäste. Unter anderem waren eine Mutter mit ihrer Tochter mit dabei, die nach dem Einkauf wieder nach Hause gebracht werden wollten. Während der gesamten Fahrt wurde viel erzählt - über das Leben früher, über unsere schöne Verbandsgemeinde und darüber, wie wertvoll der Bürgerbus für viele ältere Menschen geworden ist.
Die beiden Brüder sind dabei natürlich nicht die einzigen Fahrer. Ein ganzes Team aus ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern ist im Einsatz und fährt jeden Dienstag und Donnerstag durch die Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde. Besonders schade finden sie, dass das Angebot in manchen Orten noch zu wenig genutzt wird. Vor allem aus Niederkirchen und Wörsbach könnten noch mehr Bürgerinnen und Bürger mitfahren.
Dabei ist es ganz einfach:
Am Vortag kurz anrufen, der ebenfalls ehrenamtlichen Kraft mitteilen, wohin man möchte - zum Einkaufen, zum Arzt oder zu Freunden - und am nächsten Tag wird man zu Hause abgeholt und auch wieder sicher zurückgebracht. Gerade für Menschen, die nicht mehr mobil sind, bedeutet der Bürgerbus ein großes Stück Selbstständigkeit und Lebensqualität.
Am Ende der Fahrt fällt der Blick auf ein kleines Kästchen im Bus, fast ein wenig versteckt. Die Stammgäste wissen genau, wo es steht, und füttern es auch regelmäßig mit einem kleinen Trinkgeld. Die Fahrer betonen jedoch ausdrücklich, dass dies keinesfalls ein Muss ist. Jeder darf, niemand muss. Wer etwas geben möchte, kann damit das ehrenamtliche Angebot unterstützen - und natürlich freut sich das Bürgerbus-Team über jede kleine Anerkennung.
Für mich war es eine sehr schöne und eindrucksvolle Fahrt. Der Bürgerbus ist nicht nur ein praktisches Angebot, sondern vor allem ein Beispiel für gelebtes Ehrenamt und starken Zusammenhalt in unserer Verbandsgemeinde. Ohne die engagierten Fahrerinnen und Fahrer wäre dieses Angebot nicht möglich. Ihnen gilt ein ganz besonderer Dank.