Landesforsten Rheinland-Pfalz, Feuerwehr Frankfurt am Main und Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg starten gemeinsames Projekt „WiTAFFF“
Das Risiko für Waldbrände in Rheinland-Pfalz nimmt infolge zunehmend häufiger heißer und trockener Sommer deutlich zu. Obwohl die Zahl der Waldbrände im Vergleich zu anderen Bundesländern bislang auf einem niedrigeren Niveau liegt, verdeutlichen die Hitzesommer 2003 und 2022 sowie der Waldbrand am Hambacher Schloss, wie rasch sich die Gefährdungslage verschärfen kann. Vor diesem Hintergrund ist es erforderlich, dass Forst- und Feuerwehrpersonal sowohl über fundiertes Grundlagenwissen als auch über regionalspezifische Einsatzkenntnisse verfügt.
Mitte Januar startete in einer Modellregion am Forstamt Otterberg das Projekt WiTAFFF – WissensTransfer durch Aus- und Fortbildung für Forst und Feuerwehr, um Forst- und Feuerwehrpersonal gezielt auf Wald- und Vegetationsbrände vorzubereiten. Das Gemeinschaftsprojekt von Landesforsten Rheinland-Pfalz, der Branddirektion Frankfurt am Main und der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg soll perspektivisch Forst- und Feuerwehrpersonal unterstützen und gleichzeitig beispielhafte Erkenntnisse für das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz in Koblenz sowie das Waldbildungszentrum Hachenburg erarbeiten. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des DATIpilot-Programms. Geplant ist eine Laufzeit bis mindestens September 2027. WiTAFFF baut auf dem Nachschlagewerk www.vegetationsbraende.de auf, das Waldbrandwissen in 17 Modulen zusammenfasst und verfolgt das Ziel, zielgruppenspezifische Ausbildungskonzepte zu entwickeln.
„Das Projekt ermöglicht es uns, praxisnahes Wissen aus Forschung und Erfahrung zu bündeln und passgenaue Schulungen für Forst und Feuerwehr zu entwickeln“, sagt Lydia Burkhardt, Projektleiterin WiTAFFF bei Landesforsten Rheinland-Pfalz und weiter: „Das geht weit über eine einfache Übung hinaus. Gerade der Transfergedanke im Verbund der drei Teilprojekte mit Forst, Feuerwehr und Lehre ist innovativ und bringt das Thema Waldbrandschutz länderübergreifend voran.“
Fragestellungen im Projekt sind unter anderem:
Je besser die Vorbereitung, desto gezielter und sicherer kann im Einsatzfall reagiert werden. Neben waldbaulichen und öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen ist die Ausbildung, die im Projekt entwickelt wird, ein zentraler Bestandteil des präventiven Waldbrandschutzes.
Modellregion Otterberg - Praxisnaher Wissenstransfer
Innerhalb der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg wird eine Modellregion eingerichtet, in der die örtliche Freiwillige Feuerwehr und das Forstamt Otterberg gemeinsam praxisnahe Schulungsmaßnahmen erproben. Ziel ist die Entwicklung eines modularen Fortbildungskonzepts mit Stufenplan, das künftig landesweit von Forstämtern und Feuerwehren genutzt werden kann. Die Rückkopplung und Abstimmung erfolgen über das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz in Koblenz sowie das Waldbildungszentrum Hachenburg.
Der Stufenplan umfasst:
Damit soll ein einheitliches Lageverständnis, klare Rollenverteilung und ein koordiniertes Vorgehen bei Waldbrandeinsätzen erreicht werden.
„Für uns ist die Zusammenarbeit mit dem Forstamt Otterberg ein wichtiger Schritt, um unsere Einsatzkräfte gezielt auf Waldbrände vorzubereiten“, sagt Wehrleiter Christian Scheidel von der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg. Tobias Adam ergänzt: „Als Forstamtsleiter und Projektverantwortlicher vor Ort begleite ich das Projekt, um praxisnahe Lösungen für Waldbrandschutz und Prävention zu entwickeln.“
Drei Teilprojekte: Projektpartner und Aufgaben
Die drei Teilprojekte haben zum Ziel, innovative Schulungsformate zu entwickeln, die auf andere Regionen übertragbar sind.
Einbettung in das FFFLab
Das Projekt „WiTAFFF“ in Otterberg ist Teil des FFFLab (ForestFireFighting TransferLaboratory), einem bundesweiten Kompetenz- und Innovationsnetzwerk. Ziel des FFFLab ist die Vernetzung von Forst- und Feuerwehrpersonal, der Austausch von Wissen und Innovationen sowie die Förderung neuer Ansätze in der Prävention und Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden.
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