Ungarische und deutsche Jugendliche beim Besuch des Europäischen Parlaments in Luxemburg
Auf stolze 40 Jahre kann das Austauschprogramm des Gymnasiums am Stadtgarten (SGS) in Saarlouis mit Ungarn im Jahr 2026 zurückblicken. Beim Rückbesuch der Austauschgruppe des Deutschen Nationalitätengymnasiums Budapest wurde dieses Jubiläum im Rahmen einer Feierstunde in der Aula des SGS gewürdigt. Zu der Veranstaltung waren die Gastschüler, ihre betreuenden Lehrkräfte sowie die deutschen Gastfamilien eingeladen. Dabei wurde die Bedeutung des Austauschprogramms als eine der ersten Ost-West-Schülerpartnerschaften überhaupt hervorgehoben.
In ihrer Videobotschaft blickte die Schulleiterin des Deutschen Nationalitätengymnasiums, Ildikó Tápai, auf die Geschichte des Austauschprogramms zurück. Der erste Schüleraustausch mit Budapest wurde 1985 verwirklicht und war damals noch mit großen organisatorischen Hürden verbunden. Die Initiatoren des Programms waren Theresia Lunczer auf ungarischer und Anton Tressel auf deutscher Seite. Beide stammten aus dem ungarndeutschen Dorf Tarján in der Nähe von Budapest. Als der Schüleraustausch 1985 ins Leben gerufen wurde, gab es noch kein eigenständiges Deutsches Nationalitätengymnasium in Budapest. Der Nationalitätenunterricht wurde damals als Klassenzug am Budapester Kossuth-Lajos-Gymnasium erteilt. Nach der politischen Wende im Jahr 1990 wurde das Deutsche Nationalitätengymnasium gegründet und der Austausch wurde dort erfolgreich fortgeführt. Seither ist das Gymnasium am Stadtgarten der wichtigste und langjährigste Austauschpartner der Schule im Budapester Stadtteil Elisabethstadt.
Die Schulleiterin des SGS, Iris von Mörs, betonte die Bedeutung des Austauschs für interkulturelle Freundschaften, die Verständigung zwischen den Ländern und den Frieden in Europa. Zugleich zeigte sie sich zuversichtlich, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit auch in Zukunft fortgesetzt wird.
Seit einigen Jahren wird der Austausch durch das EU-Programm „Erasmus+ Schulbildung“ kofinanziert, für das das SGS akkreditiert ist. Inhaltliche Schwerpunkte sind der interkulturelle Austausch, die Demokratiebildung sowie die Stärkung einer europäischen Identität. Im Mittelpunkt stehen internationale Projekte, die die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis junger Menschen fördern.