„Die Kinder sollen sich bei der Schuleingangsuntersuchung wohlfühlen“, sagt Dr. Leo-nie Hensen (rechts), eine von drei Schulärzten in der Abteilung Gesundheitswesen.
Der Schulstart rückt näher - und mit ihm ein wichtiger Termin für Vorschulkinder und ihre Eltern: die Schuleingangsuntersuchung. Sie gehört zum Schulaufnahmeverfahren dazu und hilft dabei, Kinder vor dem ersten Schultag bestmöglich zu begleiten. Eltern können ab sofort Termine für die Einschulung 2027 vereinbaren.
Der erste Schultag ist ein großer Schritt. Warum gibt es die Schuleingangsuntersuchung?
Sie soll den Übergang vom Kindergarten in die Schule gut vorbereiten. Dabei wird geschaut, wie sich ein Kind gesundheitlich und entwicklungsbezogen im Hinblick auf die Schule entwickelt hat.
Für welche Kinder ist die Untersuchung wichtig?
Für alle Kinder, die bis zum 31. August eines Jahres ihr 6. Lebensjahr vollenden und damit im selben Jahr schulpflichtig werden. Die Untersuchung ist nach der Schulordnung in Rheinland-Pfalz verpflichtender Teil des Schulaufnahmeverfahrens.
Wer führt die Schuleingangsuntersuchung durch?
Für Kinder aus dem Landkreis Südwestpfalz sowie aus Pirmasens und Zweibrücken ist der Kinder- und Jugendärztliche Dienst der Abteilung Gesundheitswesen des Landkreises Südwestpfalz zuständig.
Ist die Untersuchung ein Test, den Kinder bestehen müssen?
Nein. Ziel ist es, den Gesundheits- und Entwicklungsstand der Kinder im Hinblick auf deren Schulreife zu beurteilen. Es geht nicht darum, Kinder zu prüfen, sondern ihre Entwicklung zu beobachten und bei Bedarf gezielt zu unterstützen. Die Untersuchung ist also kein Einschulungstest.
Warum ist die Untersuchung so wichtig?
Kleine Auffälligkeiten, zum Beispiel in Sprache, Motorik oder Wahrnehmung, können später den Schulalltag erschweren. Werden sie früh erkannt, können Förder- oder Therapiemaßnahmen rechtzeitig starten. Das erleichtert den Schuleinstieg und kann späteren Lernfrust vermeiden.
Was passiert bei der Untersuchung?
Die Schuleingangsuntersuchung läuft nach einem landesweit einheitlichen Verfahren ab. und ist so gestaltet, dass Kinder sie möglichst nicht als Belastung, sondern eher als spielerische Herausforderung erleben.
Zu der Untersuchung gehören unter anderem:
• Auswertung von U-Heft, Impfpass und Elternfragebogen
• Seh- und Hörtest sowie Erhebung der Körpermaße
• körperliche Untersuchung
• sozialpädagogisches Entwicklungsscreening
• Beratungsgespräch mit den Eltern
• schulärztliche Stellungnahme
Wie lange dauert ein Termin?
In der Regel etwa 60 Minuten.
Was sollten Eltern mitbringen?
Wichtig sind U-Heft, Impfpass sowie vorhandene Seh- oder Hörhilfen, weitere Hilfsmittel und ärztliche oder therapeutische Befunde. Auch Beobachtungen aus dem Alltag des Kindes können hilfreich sein, etwa beim Sprechen, Anziehen oder bei der Konzentration.
Muss ein Elternteil dabei sein?
Ja. Bei der Untersuchung muss mindestens ein Elternteil oder eine bevollmächtigte Person anwesend sein.
Was gilt für Familien ohne Deutschkenntnisse?
In diesen Fällen sollte ein Dolmetscher mitgebracht werden.
Sollten Geschwister mitkommen?
Möglichst nicht. Eine ruhige Atmosphäre bei der Untersuchung ist für das Vorschulkind sowie für dessen Beurteilung sehr wichtig.
Was passiert nach der Untersuchung?
Es wird eine ärztliche Stellungnahme für die Schule angefertigt und im Elterngespräch erläutert. Diese beinhaltet eine Einschätzung der Schulreife, möglichem sonderpädagogischen Förderbedarf oder, in medizinisch begründeten Fällen, eine Empfehlung zur Rückstellung. Ebenso werden Anregungen zur spielerischen Förderung im häuslichen Umfeld ausgesprochen und eine freiwillige Rückmeldung für den Kindergarten ausgehändigt. Das Team des Kinder- und Jugendärztlichen Diensts möchte so dazu beitragen, dass jedes Kind die bestmögliche Unterstützung für einen gelungenen Schulstart bekommt.
Entscheidet das Gesundheitsamt über die Einschulung?
Nein. Die Ärztinnen und Ärzte sprechen nur eine Empfehlung aus. Die endgültige Entscheidung treffen die Leitungen der Grundschulen.
Welche Entwicklungen beobachten die Schulärztinnen und Schulärzte?
Grundsätzlich wird den Kindern in der Südwestpfalz eine gute Schulreife bescheinigt. Zugleich werden aber häufiger Sprachentwicklungsverzögerungen und motorische Defizite festgestellt. Die Abteilung Gesundheitswesen wertet die Ergebnisse derzeit genauer aus, um Unterstützungsangebote weiter zu verbessern.
Ab wann können Termine vereinbart werden?
Für das Schuljahr 2027/28 sind Anmeldungen seit dem 1. Juni möglich - zunächst für Kinder mit möglichem Förderbedarf, damit bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen eingeleitet werden können. Eltern von Kindern ohne voraussichtlichen Förderbedarf werden gebeten, Termine erst ab 1. August zu buchen.
Anmeldung zur Schuleingangsuntersuchung über das Online-Buchungsportal https://www.clicknbook.de/landkreis-suedwestpfalz/
Für weitere Fragen steht das Gesundheitsamt unter Telefon 06331 809-710 oder per E-Mail an jaed@lksuedwestpfalz.de zur Verfügung.