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Kreis-Nachrichten - Mitteilungen des Landkreises Südwestpfalz
Ausgabe 13/2026
Kreisnachrichten
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Wenn jede Minute zählt…

Landrätin Dr. Susanne Ganster (rechts) stellte als Leiterin der Rettungsdienstbehörde für den Rettungsdienstbereich Südpfalz gemeinsam mit Vertretern der Nachbarkreise, des Roten Kreuzes und des Fraunhofer-Instituts das bundesweit einmalige Forschungsprogramm Dinka vor.

Landkreis bei bundesweit einmaligem Forschungsprojekt dabei

Starkregen, Hochwasser oder andere Katastrophen können innerhalb weniger Minuten ganze Orte in Gefahr bringen – auch in der Südwestpfalz. Während Einsatzkräfte Pflegeheime meist schnell im Blick haben, bleiben viele hilfsbedürftige Menschen zu Hause oft unsichtbar: etwa ältere Menschen, die nicht mehr laufen können, oder Personen, die auf medizinische Geräte wie Sauerstoffversorgung angewiesen sind. Genau hier setzt das Forschungsprojekt Dinka an. Es soll helfen, Einsatzkräfte im Katastrophenfall schneller mit den entscheidenden Informationen zu versorgen – insbesondere dort, wo Menschen besonders auf Unterstützung angewiesen sind.

Warum ist das Projekt für die Südwestpfalz besonders wichtig?

Gerade in der Südwestpfalz mit ihren vielen kleineren Gemeinden und ländlichen Strukturen ist es entscheidend, im Notfall schnell und koordiniert handeln zu können. Viele pflegebedürftige Menschen leben nicht in Einrichtungen, sondern werden zu Hause versorgt. Für Einsatzkräfte ist bislang oft nur schwer erkennbar, wo sich diese Menschen befinden und welche Hilfe sie benötigen. Genau an diesem Punkt setzt das Projekt an und schließt somit eine wichtige Informationslücke im Katastrophenschutz.

Wie hilft Dinka im Ernstfall konkret?

Kern des Projekts ist eine digitale Plattform, auf der einsatzrelevante Informationen gebündelt werden. Einsatzkräfte sollen im Katastrophenfall auf einen Blick erkennen können, wo Menschen leben, die zum Beispiel nicht gehfähig sind, ein Beatmungsgerät benötigen oder nur mit Unterstützung evakuiert werden können. Bislang müssen solche Informationen häufig aufwendig zusammengesucht werden oder fehlen ganz. Mit der neuen Lösung können Hilfseinsätze gezielter geplant und schneller umgesetzt werden.

Welche Vorteile hat das für die Bürgerinnen und Bürger?

Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet das vor allem mehr Sicherheit im Ernstfall. Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf können schneller erfasst und besser versorgt werden. Das gilt insbesondere bei länger anhaltenden Stromausfällen, Unwettern, Hochwasser oder anderen Krisenlagen. Auch Angehörige können darauf vertrauen, dass hilfsbedürftige Menschen im Katastrophenfall nicht so leicht übersehen werden.

Woher stammen die Informationen für die Plattform?

Die Informationen stammen aus verschiedenen Bereichen, zum Beispiel von Hausnotrufdiensten, Pflegeeinrichtungen oder ambulanten Pflegediensten. Bislang liegen diese Daten oft in unterschiedlichen Systemen oder teilweise noch in Papierform vor. Dinka soll dafür eine gemeinsame digitale Lösung schaffen, damit die relevanten Informationen im Einsatzfall strukturiert und schnell verfügbar sind.

Wie wird der Datenschutz gewährleistet?

Der Datenschutz ist ein zentraler Bestandteil des Projekts. Gespeichert werden nur die Informationen, die im Notfall tatsächlich relevant sind – etwa ob jemand auf Sauerstoff angewiesen oder nicht gehfähig ist. Sensible Gesundheitsdaten sollen dagegen nicht erfasst werden. Zugriff auf die Daten haben ausschließlich Einsatzkräfte während eines laufenden Einsatzes. Anschließend werden die Informationen wieder verschlüsselt. Damit verbindet das Projekt einen praktischen Nutzen im Katastrophenschutz mit einem verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten.

Warum ist das Projekt auch über die Region hinaus bedeutsam?

Dinka wird zunächst als Pilotprojekt im Rettungsdienstbereich Südpfalz entwickelt. Langfristig soll die Plattform aber auch bundesweit in Leitstellen und Katastrophenschutz-Einheiten eingesetzt werden können. Für die Region ist das ein wichtiger Schritt hin zu einem moderneren und besser vorbereiteten Katastrophenschutz. Zugleich zeigt das Projekt, wie digitale Lösungen dazu beitragen können, Menschen in Krisensituationen wirksamer zu schützen.

Wer ist an Dinka beteiligt?

Dinka ist ein Forschungsprojekt mehrerer Partner. Dazu gehören im Bereich der Integrierten Rettungsleitstelle Landau neben dem Landkreis Südwestpfalz auch die Landkreise Südliche Weinstraße und Germersheim sowie die kreisfreien Städte Pirmasens, Zweibrücken und Landau. Weitere Projektpartner sind der rheinland-pfälzische Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie das Fraunhofer-Institut IESE in Kaiserslautern. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Landwirtschaft. Dass die Region für dieses Projekt ausgewählt wurde, zeigt, dass hier gemeinsam an einer innovativen Lösung für den Katastrophenschutz gearbeitet wird, die über die Region hinaus Bedeutung haben kann.