Die regelmäßige Fortbildung der Kita-Fachkräfte - hier beim jüngsten Fachtag - ist ein wesentliches Element für den Kinderschutz im Landkreis Südwestpfalz.
Kinder sollen sicher aufwachsen können – dafür setzt sich der Landkreis Südwestpfalz gemeinsam mit vielen Partnern aktiv ein. In den vergangenen Jahren wurde das Thema Kinderschutz in den Kindertageseinrichtungen sowie in der Kindertagespflege im Landkreis intensiv aufgegriffen, weiterentwickelt und fest im Alltag verankert.
In den Kitas entstehen Schutzkonzepte, die Orientierung geben und dabei helfen, das Wohl der Kinder bestmöglich zu sichern. Fachkräfte werden darin unterstützt, aufmerksam zu sein, Signale frühzeitig zu erkennen und angemessen zu handeln. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Kita-Sozialarbeit, die vor Ort beratend und begleitend tätig ist. Darüber hinaus arbeitet der Landkreis eng mit freien Trägern wie beispielsweise dem Kinderschutzdienst der Caritas und der Diakonie zusammen, um ein starkes Netzwerk für den Schutz von Kindern zu schaffen.
Ein weiterer wichtiger Schritt war die Überarbeitung der Arbeitshilfe zum Schutzauftrag nach Paragraf 8a des SGB VIII, also dem Schutz bei Kindeswohlgefährdung. Daran haben das Kreisjugendamt Südwestpfalz und das Stadtjugendamt Pirmasens gemeinsam in enger Abstimmung gearbeitet. Ergänzend dazu fanden für die Kita-Fachkräfte im Landkreis Südwestpfalz gezielte interne Schulungen statt, um die praktische Umsetzung weiter zu festigen und den Fachkräften Handlungssicherheit zu geben.
Wissen vertiefen - Erfahrungen teilen
Daran knüpfte jüngst auch ein gemeinsam mit dem Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung (IBEB) der Universität Koblenz geplanter Fachtag bei der Kreisverwaltung an, der unter dem Titel „Kinderschutz geht uns alle an“ stand. Rund 80 Fachkräfte aus verschiedenen pädagogischen Bereichen nahmen teil, um sich fachlich auszutauschen und ihr Wissen zu vertiefen. Im Mittelpunkt standen unter anderem ein Fachvortrag von Prof. Dr. Kathinka Beckmann sowie die gemeinsame Arbeit an Fallbeispielen, die den Umgang mit möglichen Kindeswohlgefährdungen praxisnah beleuchteten.
Der Fachtag machte deutlich: Kinderschutz ist weit mehr als das Verhindern oder Melden von möglichen Übergriffen auf Kinder oder das Sicherstellen der kindlichen Privatsphäre im Kita-Alltag. Kinderschutz umfasst auch die Stärkung von Kindern und ihre Teilhabe an Entscheidungen, die ihnen vermittelt: Auch meine Meinung hat Gewicht, auch ich habe etwas zu sagen und darf mitbestimmen. Kinderrechte machen Kinder stark und wirken dadurch als gelebter Kinderschutz.
Interessante Beispiele aus der Praxis lieferte beim Fachtag die Kita „Ganz schön frech“ aus Maßweiler. Vertreterinnen der Einrichtung stellten vor, wie die Kita Kinder im Alltag stärkt: durch Gesprächsrunden, indem die Kinder zu verschiedenen Themen abstimmen, den Morgenkreis mitgestalten und ihnen aktiv vermittelt wird, an wen sie sich wenden können, wenn in der Kita aus ihrer Sicht etwas schiefläuft. Die Kinder planen und gestalten zudem den Speiseplan mit: Sie werden altersgerecht in die Entscheidung über die wöchentlichen Essensangebote einbezogen und erfahren so, dass ihre Meinung zählt. Ein Beispiel gelebter Demokratie in der Kita.
Auch im Alltag aufmerksam bleiben
Kinderschutz ist jedoch nicht nur Aufgabe von Fachkräften. Kinderschutz endet nicht an den Türen von Kitas oder Schulen. Auch im Alltag jedes Einzelnen kann Aufmerksamkeit einen Unterschied machen. Wer das Gefühl hat, dass es einem Kind in seinem Umfeld nicht gut geht – auch im häuslichen Bereich –, sollte das ernst nehmen und nicht wegschauen. Oft ist ein erster Hinweis entscheidend, um Unterstützung möglich zu machen.
Wer den Verdacht hat, dass ein Kind gefährdet sein könnte oder Unterstützung benötigt, sollte nicht zögern, Hilfe zu holen. Bei Fragen, Unsicherheiten oder konkreten Hinweisen ist das Jugendamt der Kreisverwaltung der richtige Ansprechpartner. Alle Hinweise werden vertraulich behandelt.
Allgemeiner Sozialer Dienst (ASD)
Herr Porth (Referatsleitung)
Telefon 06331 809-459
E-Mail jugend@lksuedwestpfalz.de
Die nach Orten gegliederten Zuständigkeiten für den ASD des Kreisjugendamtes findet man auf der Internetseite der Kreisverwaltung Südwestpfalz:
dafür auf der Startseite www.lksuedwestpfalz.de den Rubriken Bürgerservice – Abteilungen – Jugend, Familie und Sport – Allgemeiner Sozialer Dienst folgen.
Ist der zuständige Sachbearbeiter des ASD oder sein Vertreter während der Dienstzeiten der Verwaltung nicht erreichbar, wird um telefonische Kontaktaufnahme über die Zentrale der Kreisverwaltung gebeten:
06331 809-0.