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Kreis-Nachrichten - Mitteilungen des Landkreises Südwestpfalz
Ausgabe 2/2026
Kreisnachrichten
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Vier Pfoten bringen Freude und Trost

Gertrud Sefrin im Haus Bethesda in Thaleischweiler-Fröschen freut sich jedes Mal, wenn Besuchshund Susi zu Gast ist.

Ulrike Leimbeck - hier mit ihrem „Wasti“ - leitet den Pirmasenser ASB-Besuchshundedienst.

Beim ASB-Besuchshundedienst sind alle Rassen willkommen.

Der Besuchshundedienst des ASB ist nicht nur in Senioreneinrichtungen und Hospizen unterwegs

Es ist ein trüber Novembertag, als Ulrike Leimbeck mit ihrem Hund Wasti die Senioreneinrichtung betritt. Gleich hinter der Eingangstür werden sie von den Bewohnern erwartet. Ein sanftes Schwanzwedeln, ein neugieriger Blick – und sofort macht sich bei den Wartenden ein Lächeln breit, wird der Böhmische Schäferhund getätschelt und gestreichelt. So beginnen üblicherweise die Besuche, die seit 2006 den Alltag vieler Menschen in der Südwestpfalz bereichern.

Jede Woche im Einsatz

Denn so lang gibt es den Besuchshundedienst des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Pirmasens bereits, zu dem Ulrike Leimbeck mit derzeit rund 15 weiteren Mitstreitern gehört. Inzwischen besuchen die Hund-Herrchen- oder Hund-Frauchen-Teams jede Woche die Tagespflege im Haus Bethanien (Pirmasens), alle 14 Tage das Haus Bethesda in Thaleischweiler-Fröschen, das Hospiz Haus Magdalena in Pirmasens sowie das Hospiz in Landstuhl und einmal pro Monat das Haus Edelberg (Rodalben) und das Altenheim Bethanien (Pirmasens). Auch bei besonderen Anlässen wie beim Familientag des Kinderhospizdienstes „Rückenwind“ in Kaiserslautern oder bei Feuerwehrfesten wie etwa in Lemberg oder Bottenbach war der ASB-Besuchshundedienst schon mit dabei. Auf Wunsch kommen die Besuchshunde aber auch in Behinderteneinrichtungen, zu psychisch erkrankten Menschen, in Kindertagesstätten oder zu (alleinstehenden) Privatpersonen. Der Besuchshundedienst kann auch an Schulprojektwochen oder Kinderferienprogrammen mitwirken.

Auch schweigsame Menschen tauen auf

„Die meisten Menschen freuen sich über unsere Besuche - über die Hunde, auch über die willkommene Abwechslung und die Gespräche, die sich daran anknüpfen“, berichtet Ulrike Leimbeck, die den Pirmasenser ASB-Besuchshundedienst leitet. Dabei sind es nicht zwingend nur ausgemachte Hundeliebhaber, die früher vielleicht sogar selbst einen Vierbeiner hatten. „Die offene Art unserer Hunde bewegt auch Menschen, die sonst eher schweigsam sind. Wir haben schon oft erlebt, dass diese im Beisein der Tiere plötzlich ins Erzählen kommen.“ Oft lösen die Hunde Erinnerungen aus, die die Menschen miteinander teilen, Gespräche beginnen und eine Atmosphäre der Verbundenheit entsteht. „Das sind dann auch für uns ganz besondere Momente, die uns zeigen, dass unser Engagement wichtig und richtig ist“, so die ASB-Mitarbeiterin.

Durch seine Tätigkeit holt der Besuchshundedienst Menschen aus Isolation und Einsamkeit. Die Tiere bringen Freude und geben auch Trost und Halt. Vorbehalte und Ängste gegenüber Hunden können reduziert und dadurch die eigene Psyche gestärkt werden.

Eignung wird regelmäßig getestet

Dabei bedarf es, um „Besuchshund“ zu sein, keiner besonderen Ausbildung. „Wir legen großen Wert darauf, dass wir keine Therapiehunde haben“, macht Ulrike Leimbeck deutlich, „was ja aber nicht heißt, dass wir keine Wirkung bei den Besuchten erzielen.“

Aber ganz ohne Vorbereitung und Tests geht es natürlich nicht. Damit die Besuche harmonisch verlaufen, werden die Hunde vorab einem Eignungstest unterzogen. Was kann der Hund „aushalten“? Wie verhält er sich bei Lärm oder bei schnellen, eventuell unkoordinierten Bewegungen? Lässt er sich berühren? Vorsichtig aus der Hand füttern? In eine Umarmung einbeziehen? Und - nicht zuletzt: Wie verträgt sich der Besuchshund mit anderen Hunden? Der Test wird alle zwei Jahre wiederholt, sodass sichergestellt ist, dass die Tiere freundlich, belastbar und zuverlässig bleiben. Auch werden die Teams regelmäßig im „Einsatz“ überprüft. Geschlecht, Rasse oder Herkunft spielen bei der Frage, welcher Hund sich als Besuchshund eignet, indes keine Rolle.

Halter mit sozialem Bewusstsein

Aber auch die Hundehalterin oder der Hundehalter muss für die ehrenamtliche Mitarbeit im Hundebesuchsdienst gewisse Voraussetzungen mitbringen: neben dem grundsätzlichen Interesse an sozialer Arbeit auch viel Verständnis für Kranke und Schwache - und natürlich auch etwas Zeit, um sich einbinden zu lassen. Denn jedes Mensch-Hund-Team des ASB-Besuchshundedienstes ist im Monat durchschnittlich etwa zwei- bis viermal in dieser Sache unterwegs. Gemeinsam mit ihren Vierbeinern schenken sie Menschen erfüllte Augenblicke voller Wärme, Freude und Nähe – Momente, die in Erinnerung bleiben.

Informationen zum ASB-Besuchshundedienst bei Ulrike Leimbeck oder Barbara Keller vom

ASB-Kreisverband Pirmasens

Pettenkoferstraße 13-15

66955 Pirmasens

Telefon 06331/14886-0

E-Mail besuchshundedienst@asb-ps.de

Mehr Informationen auch im Internet unter

www.asb-ps.de/besuchshunde